Sie lauern im Gras, im Gebüsch und im Unterholz auf ihre Opfer: Zecken, auch Holzböcke genannt. Anders als viele glauben, lassen sich die Plagegeister nicht von Bäumen auf Menschen fallen. Häufig sind die kleinen Blutsauger mit Bakterien und Viren verseucht und übertragen gefährliche Krankheiten: zum Beispiel Lyme-Borreliose oder die mitunter tödlich verlaufende Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis/FSME). Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat jetzt zwei neue "FSME-Zecken-Risikogebiete" in Hessen und in Rheinland-Pfalz festgestellt. In Hessen ist der Landkreis Marburg Biedenkopf betroffen, der direkt an den Kreis Siegen-Wittgenstein im südöstlichen Nordrhein-Westfalen grenzt. Die Kreisverwaltung in Siegen sieht vorerst noch keinen Grund für Vorsichtsmaßnahmen, weil das Risikogebiet auf Hessen begrenzt ist. Allerdings sollen die Menschen in der Region zum Sommer verstärkt auf die Gefahren hingewiesen werden.
Wandern die Zecken nach Norden?

Bisher waren vor allem Regionen in Süddeutschland vom Robert-Koch-Institut als "Risiko- und Hochrisikogebiete" eingestuft worden.
Für diese Einstufung müssen jährlich mindestens zwei Krankheitsfälle bzw. innerhalb von fünf Jahren 25 Erkrankungen an der sogenannten "Frühsommer-Meningoenzephalitis" (FSME) festgestellt worden sein. FSME ist eine Virusinfektion, die vor allem durch Zecken übertragen wird. Nun scheinen sich diese Regionen nach Norden zu verschieben. Vorläufig kann das Robert-Koch-Institut für Nordrhein-Westfalen allerdings Entwarnung geben. Instituts-Sprecherin Susanne Glasmacher: "FSME schwappt nicht wie Ebola über die Landesgrenzen.
Die Veränderungen verlaufen sehr langfristig. Sporadisch treten allerdings auch außerhalb der von uns benannten Risiko- und Hochrisikogebiete Fälle von FSME auf." Ihr Rat: Im Frühjahr und im Sommer bei den örtlichen Gesundheitsämtern nach einer möglichen Zecken-Gefährdung fragen.
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Quelle: WDR